Torloser Showdown gegen BW Linz

Im nächsten Showdown im Abstiegskampf gegen Blau Weiß Linz trennten sich die beiden Mannschaften nach einem durchwachsenen Spiel mit einem 0:0. Es konnten auf beiden Seiten keine Chancen verwertet werden, man scheiterte stets am Abschluss.

Harmlose erste Halbzeit auf der Gugl

Das „6 Punkte-Spiel“ beginnt schnell, BW Linz kann gleich zu Beginn einen Eckball herausspielen, wird aber nicht gefährlich genug. Davies kann sich in der 4. Spielminute einige Zeit gegen mehrere Gegenspieler durchsetzen, bevor er den Ball dann doch im Strafraum verliert. Die Linzer kommen immer wieder in Richtung FAC-Strafraum, die Abwehr rund um Goalie Fraisl schafft es aber immer wieder zu klären. Die erste wirklich gefährliche Situation gibt es nach einem Freistoß von den Linzern – der Ball wird aber nicht direkt aufs Tor gebracht (24.). Kurz danach läuft Lubega im Konter völlig alleine aufs gegnerische Tor zu, schließt ab, der Ball landet in den Armen von Hankic. In den letzten Spielminuten kommen die Hausherren immer wieder in die Hälfte der Floridsdorfer, scheitern aber an ungenauen Pässen und der FAC-Abwehr. Die größte Chance der 1. Halbzeit vergibt BW Linz nach einem Freistoß: Die Kugel fliegt aber knapp über das Tor. Es ist zu spüren, dass heute bei beiden Mannschaften einiges am Spiel steht, wirklich Ereignisreiches gibt es jedoch während der gesamten 1. Spielhälfte nicht.

Spürbarer Druck auf beiden Seiten und offener Schlagabtausch in der Schlussphase

Die beiden Mannschaften kommen unverändert aus der Kabine – unverändert bleibt auch der Charakter des Spiels über die ersten Minuten. Die Linzer kommen der Floridsdorfer Defensive zu Beginn wieder zwei Mal gefährlich nahe, beide Male kann Fraisl klären. Doch der FAC übt zunehmend Druck aus und kann beinahe das erste Tor des Spiels machen, der eingewechselte Hinterberger, der viel neuen Schwung ins FAC Spiel bringt, findet allerdings keinen Abnehmer für seinen Pass im Strafraum (65.). Nur kurze Zeit später probiert es Sahanek mit einem direkten Schuss. BW-Torhüter Hankic lässt den Ball zuerst noch abprallen, hält ihn dann aber in seinen Armen fest. In der Schlussphase wird das Spiel zunehmend schneller. Man spürt, dass nur mehr wenig Zeit bleibt, um ein entscheidendes Tor zu schießen. In der 84. Minute dann die größte Chance des Abends – Hinterberger kommt von links und schießt nur knapp am rechten Kreuzeck vorbei. Das hätte der langersehnte Führungstreffer sein müssen. Nur kurz danach abermals Hinterberger mit einem gefährlichen Torschuß, der von Kerschbaumer abgewehert werden konnte. Nach dem Anic mit gelb-rot vom Platz musste, ging ein Sahanek-Freistoß leider über das Tor hinaus (89.). Am Ende des Tages trennten sich der FAC und Blau Weiß Linz nach 93 Spielminuten mit einem 0:0.

Floridsdorfer AC (4-2-3-1):  Fraisl – Becirovic, Tursch, Kreuzriegler, Kröpfl – Völkl (67. Raischl), Viertl- Berger (55. Hinterberger), Sahanek, Davies – Lubega (77. Hirschhofer)

FC Blau Weiß Linz (4-4-1-1):  Hankic – Kerschbaumer, Maier, Gabriel, Mehmedovic – Goiginger (90+2 Jackel), Anic, Hinum, Markovic – Blutsch (70. Haudum) – Kreuzer (78. Falk)

Tore:  

Gelbe Karten: Davies, Becirovic, Lubega, Kreuzriegler (FAC) bzw. Anic, Mehmedovic (BWL)

Gelb-Rote Karten: Anic (BWL)

Schiedsrichter: Ing. Sebastian Gishamer

Stimmen zum Spiel

Klaus Schmidt (Trainer FC Blau-Weiß Linz):
…über das Spiel: „Wir haben es heute nicht verdient gehabt zu gewinnen. Wir haben heute das X noch irgendwie rübergebracht. Wir sind nicht so couragiert aufgetreten wie in Lustenau und tun uns daheim einfach die Spur schwerer. Von den ersten Minuten an ist den Burschen teilweise der Stift herausgestanden. Der FAC hat lange vom Spiel nichts wollen und hat uns keine Räume gegeben. Wir haben es nicht im Kreuz gehabt, dass wir sie ausgespielt haben. Irgendwann sind wir müde geworden und dann haben wir zum Schluss vielleicht noch froh sein müssen, dass wir das X über die Bühne gebracht haben. In der Situation, in der wir sind ist jeder Punkt gewonnen. Wir raufen seit 30 Runden um jedes Körndl und deswegen nehmen wir auch des mit.“

…über den Klassenerhalt: „Ist aufgeschoben, aber unsere Karten sind nicht die schlechtesten.“

Dominik Glawogger (Interimstrainer FAC Wien):
…über das Spiel: „Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir ein bisschen zu passiv und sind nicht gut ins Spiel reingekommen. In der zweiten Halbzeit war es dann wesentlich besser.“

…über einen möglichen Handelfmeter: „Es ist für den Schiedsrichter natürlich nicht so leicht zu beurteilen, weil auch andere Spieler im Strafraum stehen und dadurch die Sicht auf den Ball den Spieler von Blau Weiß Linz ein wenig verdecken. Fakt ist, dass der Ball wahrscheinlich ins Tor gegangen wäre und deshalb für uns natürlich sehr bitter.“

…über den Abstiegskampf: „Es bleibt eng. Ich glaube es wird bis zur letzten Runde hingehen. Wir haben jetzt noch zwei Heimspiele und ein Auswärtsspiel. Wir müssen nächste Woche gegen Wiener Neustadt wieder alles in die Waagschale werfen um die drei Punkte mitzunehmen.“

Daniel Kerschbaumer (FC Blau-Weiß Linz):
…über ein möglicherweise strafbares Handspiel: „Für mich ist es unterm Spiel ziemlich schnell gegangen. Ich habe noch versucht, dass ich den Schuss blocke. Ich muss ganz ehrlich zugeben, er ist mir auf die Hand gegangen, aber ich habe mich nicht verbreitert. Ich habe mich vom Schuss weggedreht. Der schießt Vollgas von zwei Meter von mir. Ich kann mich nicht in Luft auflösen. Der Schiedsrichter hat es nicht gepfiffen. Dieses Mal war das Glück vielleicht auf unserer Seite.“

…über das Spiel: „Wir haben heute wirklich nicht gut gespielt. Vielleicht waren wir noch ein bisschen müde vom Lustenau-Spiel. Wenn wir nicht bei hundert Prozent sind, dann gewinnen wir keine Spiele.“

Marco Sahanek (FAC Wien):
…über das Spiel: „Wir haben wieder zu Null gespielt, aber wir hätten in der ersten Halbzeit unsere Chancen besser ausspielen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir das viel besser gemacht. Da hätten wir uns auch ein Tor verdient gehabt. Am Ende hat es leider nicht gereicht, aber jetzt sind es noch zwei Punkte. Vor zwei Wochen waren wir noch sechs Punkte hinten. Uns hat jeder eigentlich abgeschrieben. Man hat heute eine super Mannschaftsleistung gesehen und jeder hat hundert Prozent gegeben. Nächste Runde ist wieder ein Endspiel für uns. Jeder hat uns abgeschrieben, aber wir wissen, dass wir eine geile Truppe sind. Wir geben bis zum letzten Spieltag nicht auf. Ich glaube, dass Horn schon ein bisschen zu zittern anfängt. Im Endeffekt hätten wir uns in der zweiten Halbzeit schon einen Sieg verdient.“

Martin Fraisl (FAC Wien):
…über das Spiel: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. In der ersten Halbzeit haben wir unsere Tugenden, die wir vor allem in den letzten Wochen gezeigt haben, vermissen lassen. Wir haben das in der Pause klar angesprochen und dann kann man sagen war der Alfred Tatar wieder da. Blau Weiß Linz ist eine sehr gute Mannschaft. Wir haben keine spielerischen Mittel gefunden uns bis zum Tor durchzukombinieren. Insofern müssen wir froh sein, dass wir kein Tor bekommen haben und wieder einen Punkt nach vorne aufgeholt haben. Durch den Punkt haben wir die schlechtere Tordifferenz aufgeholt. Es liegt an uns es zu schaffen. Ich bin guter Dinge, weil wir einen Kampfgeist und viel Qualität haben.“