„Die Mannschaft hat es verdient“

Der Frühjahresauftakt unseres Floridsdorfer Athletiksport-Clubs steht unmittelbar bevor. Vorbereitungsspiele, neuer Chef-Trainer, Winterneuzugänge und Rückrundenauftakt. Einen Tag vor dem Duell mit dem SKU Amstetten haben wir uns ausführlich mit Manager Sport Lukas Fischer über die vergangenen Wochen und die aktuelle Situation beim FAC Wien unterhalten. 

Frage: Lukas, nach 86 Tagen spielfreier Zeit rollt morgen endlich wieder der Ball am FAC-Platz. Die Mannschaft brennt naturgemäß auf die Partie. Wie groß ist die Vorfreunde beim Manager Sport?

Lukas Fischer: Sehr groß natürlich. Am liebsten würde ich selbst unten auf dem Platz stehen (lacht). Wir haben alles in allem eine gute Vorbereitung gehabt, auch mit einem akzeptablen Wetter, das war in den letzten Jahren nicht immer so in Wien. Wir sind auf einem guten Weg und bereit für den Auftakt.

Krankheitsbedingt konnte unsere Mannschaft heuer in der Winterpause „nur“ vier Vorbereitungsspiele bestreiten. Ist das ein großer Nachteil?

Nachteil ist immer relativ. Vor der Winterpause war der Fokus vom Trainer und von mir darauf gelegt, dass wir möglichst viele Trainingseinheiten absolvieren werden, damit er der Mannschaft sein Konzept vermitteln kann. Ich glaube, das haben wir – trotz nur vier Testspielen – sehr gut umgesetzt.

Mit dem SK Rapid Wien und dem FC Flyeralarm Admira waren gleich zwei Bundesligisten Testspielgegner unseres FAC. Inwiefern sind diese beiden Testspiele von der Spielanlage her vergleichbar mit manchem Gegner, der jetzt im Frühjahr in der Liga auf uns wartet?

Rapid ist von der Qualität her natürlich mit keinem anderen Verein in unserer Liga zu vergleichen, umso erfreulicher ist es, dass wir gegen die Hütteldorfer einen guten Test absolviert haben. Die Admira ist aktuell schon eher in der Schlagdistanz zu einer WSG Wattens oder SV Ried, aber auch Blau Weiß Linz darf man nicht vergessen. Darum war auch die Partie gegen die Admira ein richtig guter Test, in dem wir nicht allzu viel zugelassen haben. Darauf können wir aufbauen.

Großes Highlight in der Winterpause war sicherlich die Verpflichtung von Andreas Heraf als neuer Cheftrainer. Birgt ein Trainerwechsel in der Winterpause auch die Gefahr, dass die Mannschaft die Ideen und Vorstellungen vom Trainer noch nicht zu einhundert Prozent angenommen hat?

Das denke ich nicht. Wir haben genug Trainingseinheiten absolviert und die Mannschaft hat schnell begriffen, was der Trainer möchte. Natürlich ist Amstetten ein unangenehmer Auftaktgegner, denn für sie ist es fast schon ein Sechs-Punkte-Spiel. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft weiß, worauf es morgen ankommt.

Andreas Heraf ist bekannterweise ein Trainer, der sehr viel Erfahrung in der Arbeit mit jungen Spielern gesammelt hat. Seit Anfang Dezember arbeitet er jetzt mit der Mannschaft. Wie resümierst Du seine bisherige Arbeit?

Ich glaube pure Professionalität beschreibt seine Arbeit am besten. Er lebt den Fußball jeden Tag von früh bis spät und an der Art und Weise, wie er mit der Mannschaft arbeitet und kommuniziert merkt man, wie viel Ahnung er vom Fußball hat. Davon profitieren wir alle im Verein und auch ich persönlich lerne viel von ihm dazu. Ich bin sicher, dass er uns in Zukunft weiterbringen wird.

Weiterbringen sollen uns auch unsere beiden Winterneuzugänge, Philipp Malicsek und Osarenren Okungbowa. Was war ausschlaggebend, dass du dich um die beiden bemüht hast und wie können sie unserem FAC weiterhelfen?

Wir haben beschlossen, dass wir uns im Mittelfeld verstärken wollen. Osarenren hat extrem viel Qualität und ich glaube, er hat in seiner bisherigen Karriere viel Pech mit Verletzungen gehabt. Nichtsdestotrotz ist er ein absoluter Top-Spieler, der weitaus besser ist, als seine Vergangenheit vermuten lässt. Das gleiche gilt für Philipp Malicsek, denn man wird nicht ohne Grund für eine große Summe vom SK Rapid Wien gekauft. Auch wenn seine Karriere vielleicht ein wenig ins Stocken geraten ist denke ich, dass er bei uns jetzt genau richtig ist und hier seine Qualität unter Beweis stellen kann.

Seine Qualität unter Beweis gestellt hat in der Herbstsaison auch unser Schlussmann Belmin Jenciragic. Wie wichtig war es Dir, dir seine Dienste vom SK Rapid Wien bereits in der Winterpause zu sichern und mit ihm bis 2020 zu verlängern?

Das war mir sehr wichtig. Auch um Belmin zu signalisieren, dass wir mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden sind und ihn sehr schätzen. Wir wollen seine Qualität weiter fördern. Ich kann aber vorweg nehmen, dass dies nicht die einzige Vertragsverlängerung sein soll. Doch mir war wichtig, dass Belmin zu den ersten gehört.

Morgen geht es also los gegen Amstetten. Was sind deine Erwartungen?

Die Zuschauer können sich sicher sein, dass die Spieler, die am Platz stehen alles geben werden um erfolgreich zu sein. Für morgen erwarte ich eventuell nicht den spielerischen Leckerbissen, weil auch Amstetten mit aller Gewalt versuchen wird, hier zu punkten. Natürlich hoffe ich, dass wir am Ende das eine Tor mehr erzielen werden.

Für Dich persönlich ist es jetzt die zweite Saison in deiner jetzigen Funktion. Wo lag für Dich die größte, berufliche Herausforderung in der Winterpause?

Mit einer Trainerumstellung kommt natürlich immer viel Arbeit auf einen Verein zu. Mir war es wichtig, dass wir Andreas Heraf so viel wie möglich bieten können, um professionell zu arbeiten. Das war und ist bei so einem kleinen Verein wie dem FAC natürlich immer eine Mammutaufgabe. Unter dem Strich ist uns das aber sehr gut geglückt, denke ich. 

Wie auch bei vielen anderen Vereinen in der 2. Liga sind die Zuschauerzahlen auch beim FAC immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Was stimmt Dich optimistisch, dass die Floridsdorfer im Frühjahr zahlreich an den FAC-Platz kommen?

Unsere junge Mannschaft hat in der Hinrunde – vor allem auswärts – gezeigt, welche fußballerische aber auch kämpferische Qualität in ihr steckt. Dass wir zuhause zu viele Punkte liegen haben lassen, ist uns allen bewusst. Aber ich glaube, die Burschen haben es sich verdient, noch mehr Unterstützung zu bekommen. Zuletzt ist sicher auch Andreas Heraf als neuer FAC-Trainer eine gewisse Attraktion, die den ein oder anderen zusätzlichen Zuschauer an den FAC-Platz lockt.