Josef Freund als erster Präsident des FAC

Der Floridsdorfer AC wurde im August 1904 von einer Gruppe Halbwüchsiger und ein paar Erwachsenen ins Leben gerufen und hat von da an seine ersten Spiele bestritten. Als erster Präsident der Vereinsgeschichte wird Josef Freund geführt. Das operative Tagesgeschäft wurde zuerst Franz Schwarz zu Teil, ehe Schriftführer Thomas Daubek das Tätigkeitsfeld übernahm. Schon einige Jahre davor haben sich die Gründer mit dem Verein unter dem Namen „Spielvereinigung“ auf dem Iserfeld am Mühlschüttel in Floridsdorf mit Begeisterung dem Fußballsport gewidmet.

Das erste Spiel des FAC

Das erste Spiel wurde dann am 09.07.1905 gegen die Wiener Mannschaft „Liverpool“ ausgetragen. Die Umbenennung in Floridsdorfer Athletik-Klub erfolgte dann im November 1905. Unter dem neuen Namen konnten die Floridsdorfer Athletiker am 18.11.1905 gleich im ersten Spiel gegen Orion ein fulminanten 7:0 Sieg einfahren. Im Juni 1906 wurde der 1. Floridsdorfer A.C. als 20. Wiener Verein in den österreichischen Fußballverband aufgenommen.

Kantersiege und neue Heimat

Die strukturelle und sportliche Entwicklung schritten rasant voran. Zahlreiche Erfolge und Kantersiege konnten eingefahren werden. Mitte Juni 1906, verfügte der noch junge Verbandsverein schon über 3 Mannschaften und das Klublokal im Andreas Platzers Gasthaus in der Rautenkranzgasse 33 im 21. Bezirk. Gespielt wurde gegen die Vereine Sport Club Slovan, Sport Vereinigung Rudolsfshügel, 1. Simmeringer Sport Club, Fußball Club Wiener Kicker, Währinger Bicycleklub, Sport Club Red Star, Fußball Club Ostmark, Olympia und Die weißen Elf. Im September folgte dann ein weiteres Highlight: Das Spiel auf der hohen Warte gegen einen Großverein Wiens – der zweiten Mannschaft der Vienna. Ein weiteres Ereignis war die Eröffnung der ersten Heimstätte der Floridsdorfer, dem „Birner-Platz“, wo sich für gewöhnlich um die 1000 Fans trafen um den Blau-Weißen Ballkünstlern auf die Beine zu schauen (07.10.1906). Bereits am 14. Oktober 1906 wurde ein neuer Platz an der Nordbahnbrücke mit einem Spiel gegen den SK Slovan Wien vor abermals 1000 Zuschauern eröffnet. Den alten Platz übernahm der SC Hakoah Wien.

Ein Nationalspieler vom FAC

Am 09.07.1907 nahm man am im neuen ins Leben gerufenen Wiener Cup teil. Dort besiegte man unter anderem überraschend Rapid Wien und schaffte den Einzug ins Wiener-Cup Finale, wo man gegen die Vienna knapp mit 1:0 verlor.
Auf Grund der guten Leistungen entschloss sich der Verband dazu den FAC mit Beginn der Saison 1908/09 in die 1. Spielabteilung einzureihen. Erstmals spielte man auf Augenhöhe mit Vereinen wie den Cricketern, der Vienna, dem Sportclub oder Rapid in der Erstklassigkeit. Im Herbst 1908 übertrug man seinen alten Platz der Viktoria, spielte während dieser Zeit nur in der Fremde. Ab 8. Mai 1909 feierte man Erfolge in der neuen Heimstätte – dem „Floridsdorfer Sportplatz“ und trennte sich in der ersten Partie mit 3:3 Remis gegen die Vienna. Nach erfolgreichen Spielen gegen Rapid, dem damaligen Wiener Spitzenklub WAC und dem Lieblingsgegner, der Wiener Austria, setzte man sich auch in den nächsten Jahren in der höchsten Liga fest und bestritt zudem in Budapest ein Spiel gegen den ungarischen Renommierklub Ferencvaros. Mit Tormann Heinrich Plhak gelingt es im Herbst 1913 dann auch dem ersten Spieler des FAC nicht nur in der Wiener Auswahl sondern auch für das Österreichische Nationalteam aufzulaufen. Und auch auf die Jugend legte der FAC ab sofort viel Wert. Ab November 1913 sollte mit einem eigens gegründeten Nachwuchsbetrieb der Verein nun auch auf Grund seiner Zöglinge in aller Munde sein.

Der Meistertitel für den FAC

Sowohl 1916 als 1917 erreichte man den Vizemeistertitel und musste sich nur der Rapid Wien mit jeweils zwei Punkten geschlagen geben. In der Saison 1917/18 konnte der Floridsdorfer AC jedoch das Bild umdrehen. Man wurde, dank eines besseren Torverhältnisses, zum ersten aber auch zum bisher letzten Male, österreichischer Fußballmeister vor der punktgleichen Rapid.

Auch der Cup konnte gewonnen werden

Dem Floridsdorfer AC gelang sogar der Gewinn des Doubles. Im Finalspiel des Cups setzten sich die Floridsdorfer mit 4:3 gegen den Wiener Amateur-Sportverein durch. Das Spiel hätte jedoch bereits eine Woche zuvor stattfinden sollen, beide Mannschaften einigten sich, ohne die Zustimmung des Verbandes einzuholen, darauf, das Match aufgrund des starken Regens zu verschieben. Der Österreichische Fußballverband schloss dadurch bereits im Vorfeld die Anerkennung des Spiels als Pokalfinalspiel aus und verweigerte dem Sieger auch die Übergabe des Pokals.

Schwere Zeiten für den FAC

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte der Floridsdorfer AC nicht mehr an die früheren Erfolge anschließen. Vor allem Verletzungen plagten den Verein, der sich nach einigen mittelmäßigen Saisonen 1923 sich schließlich auf einem Abstiegsplatz wieder fand. Dieser Abstieg war jedoch etwas unglücklich. Die Anzahl der Klubs in der ersten Liga wurde von 13 auf 12 herabgesenkt, sodass nun auch der Elfte – in diesem Fall der Floridsdorfer AC – in die zweite Klasse absteigen musste. Zudem kam, dass der Verein Protest gegen die Wertung des zehnten der Tabelle, Wiener AF, einlegte, da dieser in mehreren Spielen gesperrte Spieler unrechtmäßig eingesetzt hatte. Der Floridsdorfer AC bekam zwar Recht, zu diesem Zeitpunkt spielte er jedoch bereits längst in der 2. Klasse. Als schwachen Trost durfte sich der Verein trotzdem „erstklassig“ nennen.

Einführung einer gesamtösterreichischen Liga

In der 2. Klasse Nord wurden die Floridsdorfer zunächst mit einem Punkt Rückstand auf den Wiener AC Vizemeister, ein Jahr später, 1925, bereits Meister und kehrten wieder in die Wiener Liga zurück. In den Folgejahren hielt man sich zwar erfolgreich in der höchsten österreichischen Spielklasse, kam jedoch nie über den fünften Platz in der Tabelle hinaus. Im Jahre 1933 übernahm der Floridsdorfer AC den alten Platz der Admira in der Deublergasse. Der größte Erfolg in dieser Periode war die Teilnahme am internationalen Mitropacup. In der Spielsaison 1938 erreichte der Floridsdorfer AC nur den 8. Platz und musste absteigen, da durch die Einführung einer gesamtösterreichischen Liga in diesem Jahr, gleich vier Wiener Vereine zugunsten der neuen Klubs aus den Bundesländern absteigen mussten.

Der FAC ist wieder erstklassig

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gewann der Floridsdorfer AC jedoch wieder an Stärke. Durch eine Fusion mit dem Bezirksrivalen SV Amateure Fiat Wien stieg der Verein 1940 wieder in die höchste österreichische Spielklasse, die damalige Gauliga, auf. Zudem bestand von 1940 bis 1945 eine kriegsbedingte Spielgemeinschaft mit dem FC Stadlau.

Kampf gegen den Abstieg

Hier spielte der Verein wieder um den Titel mit und wurde 1943/44 sogar Vizemeister hinter der Vienna. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielten die Floridsdorfer fast zehn Jahre lang gegen den Abstieg. Der Verein musste gute Spieler, wie Robert Dienst, der später 307 Tore in der Meisterschaft für Rapid erzielen sollte, ziehen lassen. 1954 wurde man schließlich klar Letzter der Staatsliga A und stieg in die Staatsliga B ab. Zunächst verpasste man den Wiederaufstieg relativ knapp mit dem vierten Platz, in der nächsten Saison stieg der Floridsdorfer AC jedoch sogar aus der Staatsliga B ab.

Zwischen Zweit- und Viertklassigkeit

Nachdem die Floridsdorfer 1959 Meister der drittklassigen Wiener Stadtliga geworden waren, stiegen sie 1960 als Tabellenletzter direkt wieder ab. Im Jahre 1966 fand der Verein am alten Admira-Platz in der Hopfengasse ein neues Zuhause, größere sportliche Erfolge stellten sich jedoch nicht ein. 1967 spielte der Verein zum letzten Mal in einer zweitklassigen Liga mit, blieb jedoch ohne Chance. Man verblieb in den 1970er Jahren in der drittklassigen Regionalliga. 1980 verpasste man nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem SC Neusiedl am See den Meistertitel und den Aufstieg in die 1. Division der Bundesliga. Zwischenzeitlich musste der Floridsdorfer AC sogar den Abstieg in die Viertklassigkeit hinnehmen.

Prägende Zeiten

1990 fusionierte der Verein mit dem SV Groß Viktoria zum FAC Viktoria Wien und stieg in der Saison 1996/97 mit dem Meistertitel der Wiener Stadtliga in die Regionalliga Ost auf. Nach dem Titelgewinn kam es im Sommer 1997 zur Lösung der Fusion mit Viktoria. In drei aufeinander folgenden Saisonen (2001 bis 2003) wurde der Floridsdorfer AC Vizemeister der Regionalliga Ost. 2004 kam schließlich der Abstieg in die Wiener Stadtliga und die Fusion mit dem FK Old Formation-RAG Feibra (gegründet 1985). In der Saison 2006/07 spielte der Verein als FAC-OFR in der Wiener Stadtliga.
Am 18. Juni 2007 beschloss der Klub, ab der Spielzeit 2007/08 eine Fusion mit dem PSV Team für Wien einzugehen. Seitdem trat der Verein unter dem Namen FAC Team für Wien auf. 2014 wurde der Namensbestandteil Team für Wien aus dem Vereinsnamen gestrichen.

Meister der Regionalliga Ost

Nach der Fusion wurde in der Saison 2007/08 der Aufstieg in die Erste Liga als Zweiter nur knapp verpasst. In der Spielzeit 2008/09 belegte der Klub den neunten Platz. Im Jahre 2014 wurde der FAC Meister der Regionalliga Ost und spielte in der Relegation gegen SV Austria Salzburg, den Meister der Regionalliga West, um den Aufstieg in die Erste Liga, und setzte sich dabei auswärts überraschend klar mit 3:0 durch, nachdem man sich im Heimspiel mit 2:2 getrennt hatte. Damit kehrte der FAC unter Trainer Hans Kleer nach 47 Jahren wieder in die zweitklassige Profiliga in Österreich zurück.

Der FAC in der Ersten Liga

Die Saison 2014/15 verlief durchwachsen und der Verein befand sich die gesamte Saison über am hinteren Tabellenende. Im April 2015 trennte sich der FAC schließlich von Trainer Kleer, der durch Peter Pacult ersetzt wurde. Dieser schaffte knapp den Klassenerhalt, musste aber im September 2015 nach einem katastrophalen Saisonstart in der Saison 2015/16 mit 10 Niederlagen in den ersten 10 Saisonspielen und dem Cup-Aus gegen Landesligisten FC Lankowitz gehen. Er wurde interimistisch durch Thomas Flögel ersetzt. Bis zur Winterpause erzielte der FAC lediglich 5 Punkte aus 19 Saisonspielen.

Zum Saisonende belegte der FAC abgeschlagen mit nur 17 Punkten aus 36 Spielen den letzten Platz und stand damit als Fixabsteiger fest. Da jedoch der Ligakonkurrent SV Austria Salzburg aufgrund finanzieller Probleme in die Regionalliga abstieg und auch der Absteiger aus der Bundesliga (SV Grödig) keine Lizenz für den Profibetrieb beantragte, blieb der FAC auch in der Saison 2016/17 der Ersten Liga erhalten.

Zur Saison 2017/18 übernahm Thomas Eidler, als neuer Cheftrainer, die Mannschaft des FAC Wien. Trotz eines schwachen Saisonstarts überwinterte die Mannschaft mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Tabellenletzten Blau Weiß Linz. Kurz nach Beginn der Frühjahres-Saison gab Thomas Eidler seinen Rücktritt bekannt, um eine Funktion beim ÖFB zu übernehmen. Mario Handl, Trainer der FAC-Amateure und Co-Trainer der Kampfmannschaft übernahm in Folge bis zum Saisonende. Höhepunkt einer guten Rückrunde war der 2:0-Auswärtssieg bei Wacker Innsbruck am letzten Spieltag. Es war der erste Sieg einer FAC-Mannschaft am Tiroler Tivoli in der Vereinsgeschichte, der dem FAC am Ende der Saison den neunten Platz bescherte. Aufgrund der Ligareform wäre ein Abstieg in der Saison 2017/18 allerdings ohnehin nicht möglich gewesen.

Noch vor Saisonende präsentierte der FAC mit Oliver Oberhammer den neuen Cheftrainer für die Saison 2018/19. Nach einem Trainerwechsel in der Winterpause 2018/19 fungierte Andreas Heraf als Cheftrainer des FAC Wien, jedoch kam es bereits im Mai 2019 zu einer einvernehmlichen Trennung zwischen dem Wiener und dem FAC. Nach wenigen Spielen als Interimstrainer wurde Mario Handl als Cheftrainer für die Saison 2019/20 bestätigt. Als sein Co-Trainer steht im seit Saisonbeginn 2019/20 Aleksandar Gitsov zur Verfügung, der seither gleichzeitig auch als Cheftrainer der FAC-Amateure fungiert.